Jetzt ist es offiziell: Die Stadt Dinslaken hat den Mietvertrag für die Bücherstube Lohberg im Ledigenheim gekündigt. Am Jahresende zieht die Bücherstube aus. Wie es weitergeht, ist offen. Aber es gibt Hoffnung.

Die Bücherstube unterm Sparhammer. Die Nachricht beschäftigt den Stadtteil. Viele Menschen machen sich Sorgen, bei Mittendrin haben uns einige Zuschriften erreicht. Sie machen deutlich: Die Verbundenheit mit der Bücherstube in Lohberg ist groß.
Auf Anfrage von Lohberg Mittendrin bestätigt die Pressestelle der Stadt: Der Mietvertrag wurde gekündigt. Damit steht zum Jahresende der Abschied aus dem Ledigenheim fest.
Alternativen prüfen
Die Kündigung ist eine Folge der Finanznot der Stadt. So hat der Rat im Haushaltssicherungskonzept beschlossen, die Mittel für die Bücherstube ab 2027 um 150.000 Euro zu kürzen.
Gleichzeitig soll die Verwaltung kostengünstigere Alternativen prüfen, mit denen das Konzept grundsätzlich in Lohberg erhalten werden könnte. Nach Angaben der Stadt zeichnen sich mehrere mögliche Standorte ab. Dadurch könnten Kosten im fünfstelligen Bereich eingespart werden. Die vollständige Kürzung ließe sich damit voraussichtlich aber nicht ausgleichen.
Die Varianten sollen dem Rat nach den Sommerferien vorgelegt werden. Im Mittendrin-Blog und dem Lohberg-Check mit den Parteien aus der Kommunalpolitik wurde die Zukunft der Bücherstube bereits angesprochen.
Eine Erfolgsgeschichte
Bürgermeister Simon Panke hatte bereits im Mittendrin-Interview im Februar die Hoffnung geäußert, den Bücherbestand in Lohberg halten zu können. Im Gespräch war unter anderem eine mögliche Unterbringung gemeinsam mit der Caritas im Jugendzentrum. Bislang existieren jedoch nach allem, was wir wissen, weder eine verbindliche Vereinbarung noch ein fertiges Konzept. Die Zukunft der Bücherstube ist also nicht gesichert.

Die Bücherstube ist weit mehr als eine Ausleihstelle. Rund 17.000 Bücher gehören zum Bestand, etwa zehn Prozent davon sind auf Türkisch. 2025 fanden dort 77 Veranstaltungen mit 755 Teilnehmenden statt. Lesestunden, Spiele-, Bastel- und Kreativangebote machten sie besonders für Kinder und Familien zu einem wichtigen Ort.
Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1980 ist die Bücherstube fest in Lohberg verwurzelt. Sie ist seitdem ein gern angenommener Ort der Leseförderung, Begegnung und persönlichen Beratung. Auch für Lohberg Mittendrin ist sie eine besondere Partnerin. Die Mitarbeitenden haben unsere Arbeit immer wieder unterstützt und bei kleineren Aktionen mitgewirkt, etwa bei unserem Video mit Ruhrpott-Sprüchen aus Lohberg.
Nun kommt es darauf an, was sich als „Alternative“ realisieren lässt, was überhaupt darunter verstanden wird. Die Bücher für Lohberg zu erhalten, möglicherweise mit der Möglichkeit, Medien auszuleihen, vielleicht sogar weitere Betreuung, Erreichbarkeit und Angebote für Kinder und Familien?
Aufruf: Stimmen zur Bücherstube
Was sagt Ihr zur Geschichte und den Perspektiven für die Bücherstube? Was verbindet Ihr mit ihr? Wir freuen uns über Eure Zusendungen und Kommentare. Gerne auf unseren Social Media-Kanälen oder auch direkt per Mail an info@lohberg-mittendrin.de.
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