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Vor knapp 400 Zuschauern hat RWS Lohberg das Derby gegen den VfB Lohberg in der Dorotheen-Kampfbahn mit 4:2 (3:1) für sich entschieden. Die Knappen müssen den bitteren Gang in die Kreisliga A antreten.

„Der VfB Lohberg ist nicht erst heute abgestiegen.“ Das war vermutlich der meistgehörte Satz am Sonntag in Lohberg an der Dorotheen-Kampfbahn. Zu desaströs war diese Saison verlaufen. Und das nicht nur wegen der zweifachen 2:4-Niederlage gegen Erzrivalen RWS Lohberg.

Eine Saison zum Vergessen

Hinzu kamen eine vermeidbare Niederlagenserie zum Saisonstart, ein zweifacher Trainerwechsel,Verletzungen und dann auch noch – wie es freimütig im Stadionheft des VfB hieß -“keine Lust“. VfB-Trainer Siggi Sonntag machte die fehlende Leidenschaft in den vergangenen Tagen gleich mehrfach an der mangelnden Trainingsbeteiligung fest. „Mit nur vier, fünf fitten Spielern kannst du kein Spiel gewinnen“,schimpfte der Coach, für den doch Herz und Wille die wichtigsten Tugenden überhaupt sind.

Fehlende Einsatzfreude konnte man den VfB-Spielern an diesem Sonntag allerdings nicht vorwerfen. Bei nahezu irregulären Bedingungen ließ sich in den ersten 25 Minuten eigentlich kein Fußball spielen. Strömender Regen hatte den Platz unter Wasser gesetzt, die Spieler standen an manchen Stellen zentimetertief im Wasser, der Ball ließ sich selbst über kurze Distanz nicht passen und blieb in den Pfützen liegen. Wer sich noch erinnern mag: Die Zustände ließen jeden Vergleich mit der legendären Wasserschlacht von Frankfurt, Deutschland gegen Polen bei der WM 1974 zu.

Der VfB versuchte, wie geplant das Spiel zu machen, hatte in den ersten Minuten mehr vom Spiel. Umso überraschender die Führung für RWS: Siebte Minute, Adrian Rakowski spitzelt den Ball nach einer Kopfballstafette aus kurzer Distanz an Keeper Danziger vorbei. Der VfB ließ sich nichts anmerken, Orkan Güclüs abgefälschter Freistoß landete aus knapp 25 Metern am rechten Pfosten (12. ).

RWS hielt sich weitgehend zurück, womöglich auch, um Kräfte zu schonen. Wegen des Ramadans würden einige Spieler vermutlich nicht bis zum Ende Vollgas geben können. Wie ein Geschenk kam da das 2:0 in der 18. Minute. Die Hereingabe von Kazkondu aus dem Mittelfeld in den Strafraum fälschte die Lohberger Abwehr ab ins eigene Tor. Der Start geriet somit aus VfB-Sicht zur Vollkatastrophe. Höchst ungewöhnlich für RWS, das in manchen Spielen zehn Chancen für einen Treffer benötigt: Heute stand die Verwertungsquote nach 18 Minuten bei 200 Prozent – eine Chance, zwei Tore.

Traumtor von Kazkondu

Anschließend unterbrach der Schiedsrichter das Spiel für mehr als eine halbe Stunde das Spiel. Gewitter. Dem Platz und dem Spiel tat das sichtlich gut, denn nach Wiederanpfiff war der Faktor Zufall nur noch auf technische Unzulänglichkeiten der Spieler beschränkt.

RWS begann mit einem Traumtor (25.) Kazkondu bekam im zentralen Mittelfeld durch einen geschickten Lupfer überraschend viel Platz und nagelte den Ball aus 20 Metern rechts oben unter die Latte. Seine Mitspieler feierten ihn, als hätte er in der 90. den Siegtreffer erzielt.

Bruß bringt Hoffnung zurück

Der VfB sah zu diesem Zeitpunkt erledigt aus. Für die Moral sprach Trainer Siegfried Sonntag darum im Gespräch mit Mittendrin ein Extra-Lob aus:“Hut ab vor der Mannschaft, dass sie nach dem 0:3 nochmal zurückgekommen ist.“ In der 41. verlängerte Marek Heuser eine weite Hereingabe von links per Kopf ins rechte Eck. Damit kehrte – zumindest ein bisschen – die Hoffnung zurück. Nicht zuletzt, weil die 2. Garnitur des VfB unmittelbar zuvor im „Kleinen Derby“ gegen RWS in der Kreisliga B nach einem solchen Spielstand noch 4:3 gewonnen hatte.

Durch den eingewechselten Tim Bruß kam der VfB nach Vorarbeit von Güclü tatsächlich noch heran. Das Spiel stand spürbar auf der Kippe, viele Zweikämpfe wurden hart an der Grenze des Erlaubten geführt. Der Schiedsrichter hatte erkennbar Mühe, Ruhe in die Partie zu bringen, ließ mehr durchgehen als nötig. Siegfried Sonntag war sich sicher: Machen wir jetzt das 3:3, gewinnen wir das Spiel.

Neuer RWS-Trainer am 3. Juni

Doch es kam anders. Die beste Chance vergab erneut Bruß (79.), der aus spitzem Winkel an Keeper Tekin scheiterte. Wenig später der entscheidende Konter: Kazkondu krönte seinen Tag durch den zweiten Treffer (82.), setzte sich im Laufduell eindrucksvoll gegen Mikat und Danziger durch und schob zum umjubelten 4:2 ein.

Für den VfB ist der Abstieg damit besiegelt. Welche Spieler dem Verein erhalten bleiben werden, steht derzeit in den Sternen. Die Knappen sehen einer ungewissen Zukunft in der Kreisliga A entgegen. Bei RWS laufen die Planungen für die neue Saison bereits auf Hochtouren. Am 3. Juni soll der neue Trainer vorgestellt werden.


Interview mit Murat Karakas über die Pläne für die neue Saison

Highlights des Spiels auf fupa.net

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