Für das Kraftwerk sieht es düster aus. Seit zwei Jahren gammelt der Bau vor sich hin, seit zwei Jahren ist er aus statischen Gründen gesperrt. Perspektive? Fehlanzeige. Für die Stadtverwaltung kein Glanzstück.

Auf Anfrage von Mittendrin teilt die Stadt Dinslaken mit, das weitere Vorgehen müsse „noch geklärt werden.“ Dazu seien Absprachen mit der Erbengemeinschaft des verstorbenen Künstlers Martin Kaltwasser erforderlich. „Bislang haben entsprechende Absprachen und Vereinbarungen noch nicht erfolgen können“, heißt es aus der Pressestelle.
Bereits zum Zeitpunkt der Sperrung im Jahr 2024 habe es außerdem viel Vandalismus gegeben.
Unterm Strich bedeutet das: seit zwei Jahren Stillstand. Zur Einordnung: Martin Kaltwasser und seine künstlerische Partnerin Folke Köbberling hatten im Rahmen des Projekts „Choreografie einer Landschaft“ im Bergpark das Kraftwerk geschaffen. 2015 war das.


Schon 2022 stand die Frage im Raum, was aus dem Gebäude werden sollte. Zuvor hatte sich der Trägerverein kraftwerk e.V. aufgelöst. Auf Anfrage von Mittendrin hieß es damals, der städtische Fachdienst Kultur werde mit dem Projektteam Lohberg und den Stabsstellen Stadtentwicklung und Sozial- und Jugendhilfeplanung nach einer passenden Nachnutzung suchen.
Sichtbar beschädigt
2024 starb mit Martin Kaltwasser überraschend der Erschaffer des Kraftwerks, wenig später folgte die Absperrung, das Gebäude wurde sich selbst überlassen. Seitdem ist das Kraftwerk eingezäunt, sichtbar beschädigt und ohne erkennbare Nutzungsperspektive.

Die Stellungnahme der Stadt lässt nicht darauf hoffen, dass sich daran bald etwas ändern wird. Die Pressestelle verweist auf die Haushaltslage und darauf, dass ´die Stadt Dinslaken „grundsätzlich in ihren Möglichkeiten sehr eingeschränkt“ sei. Sobald es weitere Erkenntnisse gebe, werde die Stadt informieren.
Die Signale aus dem Bergpark sind somit gänzlich andere als bei seiner Eröffnung vor rund zehn Jahren. Stand das Kraftwerk damals für Nachhaltigkeit, Neuanfang und Gestaltungskraft, bestimmen jetzt Verfall, Vandalismus und Perspektivlosigkeit das Bild. Ähnlich auch die Eindrücke rundherum, wie schon die NRZ Ende Mai treffend anmerkte: Die Zeitung wies damals auf den beschmierten und ebenfalls vor sich hin gammelnden Wasserturm hin sowie den sichtlich angegrauten Roten Hasen.
Stillstand keine Antwort
Als der Bergpark 2015 eröffnet wurde, sollte das ehemalige Zechengelände neue Bedeutung bekommen. Wasserturm, Bergweiher, Kraftwerk, Roter Hase, Spielplatz und weitere künstlerische Elemente sollten den Strukturwandel sichtbar machen und einen Ort schaffen, der genutzt wird. Jetzt geht es beim Kraftwerk nur noch um die traurige Frage: Was tun mit dem Gammel-Bau?
Nach mehr als zwei Jahren Stillstand darf man trotzdem erwarten, dass es zumindest eine Idee davon gibt, in welche Richtung sich der Bergpark weiter entwickeln sollte.
Dass eine Sanierung und Erhalt des Gebäudes aufwändig und nur mit der Hilfe von Aktiven möglich wäre, liegt auf der Hand. Ein Abriss wäre für die Menschen, die den Bergpark nutzen wollen, daher sicher die sinnvollste Alternative. Auch um durch die gewonnene Fläche vielleicht doch Ideen wiederzubeleben wie den Bau eines Beach-Volleyballplatzes wie ihn die IGBCE vorgeschlagen hatte.
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