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Am Haupteingang der Grundschule Lohberg hängt seit Donnerstag eine neue Plakette. Sie zeigt: Diese Schule ist Teil des großen Startchancen-Programms von Bund und Ländern. Schulleiterin Jessica Steigerwald sieht darin eine tolle Unterstützung, macht sich aber auch Sorgen um die Zukunft der Förderung.

V.l.: Bürgermeisterin Michaela Eislöffel, Nicole Wardenbach von der Schulaufsicht und Rektorin Jessica Steigerwald

Das Ziel des Programms: Kindern aus schwierigen Lagen bessere Bildungschancen ermöglichen. Unterstützt werden bundesweit rund 4000 Schulen – und Lohberg ist schon seit mit dabei. Stärker im Rechnen, Lesen und Schreiben – für die Kinder gibt es somit ab sofort Unterstützung.

In das Programm aufgenommen wurde die Schule als eine der ersten schon im August 2024. Im Dezember beschloss der Stadtrat, die Förderung mitzutragen und auch die Stadt als Schulträger einzubinden. Hinter dem Ziel des Förderprogramms konnten sich alle versammeln: Es besteht darin, Chancengerechtigkeit zu erhöhen. Das heißt: Unabhängig von ihrer Herkunft sollen alle Kinder die gleichen Chancen haben, in der Schule und damit im Leben erfolgreich zu sein.

Hohe soziale Belastung

Als die Entscheidung des Stadtrats für die GGS Lohberg fiel, lag der Schulsozialindex des Landes NRW an der Grundschule in Lohberg bei 8. Diese Stufe deutet auf eine hohe soziale Belastung an einer Schule hin.

„Profitieren werden von dem Startchancen-Programm vor allem Kinder aus einkommensschwachen Familien, das ist ein wichtiger Schritt zu mehr Gerechtigkeit. Wir möchten allen Kindern in der Stadt eine erfolgreiche schulische Laufbahn ermöglichen. Damit das gelingen kann, müssen wir Kinder individuell fördern. Dafür nutzen wir das Programm Startchancen gezielt“, so Bürgermeisterin Michaela Eislöffel, die mit Nicole Wardenbach von der Schulaufsicht im Kreis Wesel und Rektorin Jessica Steigerwald die neue Plakette mit einweihte.

„Eine große Chance für unsere Kinder“

Schulleiterin Jessica Steigerwald freut sich über die Anerkennung: „Für uns ist das ein wichtiger Schritt – und vor allem eine große Chance für unsere Kinder.“

Das Programm besteht aus drei Säulen: Es geht um Geld für neue Ausstattung, um gute pädagogische Konzepte und um zusätzliche Fachkräfte. Der Schwerpunkt liegt auf dem pädagogischen Bereich: „In Lohberg gestalten wir darüber das selbstgesteuerte Lernen“, erzählt Jessica Steigerwald. Selbstbestimmt und individuell lernen können, darum geht es (>>hier die Infos zum Konzept der Schule). Dafür werden neue Lernmaterialien und Diagnosehilfen angeschafft – damit jedes Kind genau die Unterstützung bekommt, die es braucht.

Gezielt unterstützen

Eine neue Fachkraft wurde bereits eingestellt: Rieke Janzen unterstützt besonders die Kinder, die es schwer haben – und deren Familien oft nicht wissen, wie sie Hilfe bekommen können. „Manche Kinder brauchen jemanden, der genau hinschaut, sie begleitet. Rieke Janzen versucht mit den entsprechenden Kindern Wege zu mehr Ruhe und zum Arbeiten zu finden“, erklärt die Schulleiterin.

Doch nicht alles läuft rund. Eigentlich gäbe es auch Geld für Möbel und Räume, aber weil die Stadt sparen muss, steht noch nicht fest, ob dieses Geld genutzt werden kann. Auch das Bildungsinnovationszentrum, das die Kinder mit zwei Teilzeitstellen beim Übergang von der Kita in die Schule unterstützt, ist von den Kürzungen bedroht. Steigerwald will das nicht einfach hinnehmen: „Wir laden die Politik ein, sich das hier vor Ort anzusehen. Es geht um die Zukunft unserer Kinder.“

Besonders aufregend für die Kinder und Beschäftigten: Am Tag der Plaketten-Anbringung war auch ein Kamerateam vom WDR da. Der Filmbeitrag über die Grundschule Lohberg soll nach den Osterferien ausgestrahlt werden – als Beispiel dafür, wie Schule auch trotz aller Schwierigkeiten ein Ort für gute Bildung sein kann.

Wir sind sehr gespannt.

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