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Ein Buch fällt herunter
Foto von Jason W auf Unsplash

Stell dir vor, der wichtigste Ort für Bildung, Leseförderung und Begegnung in unserem Viertel verschwindet. Genau dieses Szenario droht uns: Der Mietvertrag der Bücherstube im Ledigenheim ist zum Ende des Jahres 2026 gekündigt. Die Zeit für ein rettendes Konzept wird extrem knapp. Das Forum Lohberg hat deshalb einen offenen Brief verfasst, der klare Antworten von der Stadt Dinslaken fordert. Hier liest Du den Brief im Original – und erfährst, was jetzt auf dem Spiel steht und wie du unsere Bücherstube aktiv unterstützen kannst.

Darum geht es: Mehr als nur Bücher in Regalen

Wenn du auf der offiziellen Seite der Bücherstube der Stadt Dinslaken vorbeischaust, siehst du schnell: Diese Einrichtung ist seit 1980 eine tragende Säule in Lohberg. Es geht hier nicht einfach nur um die Ausleihe von Medien, sondern um fundamentale Bildungsarbeit direkt vor unserer Haustür.

Was die Bücherstube für Lohberg leistet:

  • Sprachförderung: Kinder mit unterschiedlichen Muttersprachen erhalten hier frühzeitige und spielerische Unterstützung.
  • Netzwerkarbeit: Sie ist eine feste, verlässliche Partnerin für unsere Kitas und Schulen im Stadtteil.
  • Chancengleichheit: Familien finden einen niedrigschwelligen, kostenlosen Zugang zu Bildung und Kultur.

Die Sorge im Stadtteil ist groß, dass mit den Räumlichkeiten auch diese gewachsenen, pädagogischen Strukturen wegbrechen. Gerade im Hinblick auf aktuelle Großprojekte im Viertel braucht es eine klare Gesamtstrategie.

Lese-Tipp: Rotstift in Lohberg: Wie es für Schulsozialarbeit & BIZM-L weitergeht

Der offene Brief des Forums Lohberg (Originalwortlaut)

Um den Druck auf die Politik und Verwaltung zu erhöhen, hat das Forum Lohberg den folgenden offenen Brief formuliert:

Bücherstube Lohberg: Nicht nur Räume suchen – endlich über die Zukunft sprechen

Die Bücherstube Lohberg steht vor einer entscheidenden Weichenstellung. Der Mietvertrag im Ledigenheim ist gekündigt, Ende 2026 muss eine neue Lösung gefunden werden. Seit März weiß die Stadt Dinslaken von dieser Situation. Doch bis heute fehlt vor allem eines: ein öffentlich diskutiertes Zukunftskonzept.

Denn die zentrale Frage lautet nicht: Wo kommen die Bücher künftig unter?

Die zentrale Frage lautet: Welches Bildungs- und Integrationsangebot braucht Lohberg in Zukunft?

Die Bücherstube ist seit ihrer Gründung im Jahr 1980 weit mehr als eine Bibliothekszweigstelle. Sie war über Jahrzehnte ein Ort der Sprachförderung, Leseförderung, Begegnung und Teilhabe. Kinder fanden hier einen niedrigschwelligen Zugang zu Bildung, Familien einen Ort der Unterstützung. Schulen und Kindertageseinrichtungen hatten eine wichtige Partnerin im Stadtteil.

Bereits 2009 stellte die Gemeindeprüfungsanstalt fest, dass die Bücherstube eine wichtige „integrative Funktion“ erfüllt und am Standort erhalten bleiben sollte. Auch die Sozialberichte der Stadt Dinslaken zeigen seit Jahren, dass Lohberg besondere soziale Herausforderungen hat und wohnortnahe Bildungsangebote deshalb von besonderer Bedeutung sind.

Der Rat der Stadt Dinslaken hat beschlossen, dass die Verwaltung prüfen soll, wie das Angebot in Lohberg „kostenschonend und unter Erhalt pädagogischer Angebote“ weitergeführt werden kann.

Dieser Auftrag ist eindeutig: Es geht nicht nur um einen Raum. Es geht um den Erhalt eines Angebots.

Deshalb erwartet das Forum Lohberg Antworten:

  • Welche pädagogischen Angebote sollen konkret erhalten bleiben?
  • Bleiben Sprachförderung, Vorleseangebote, Veranstaltungen und Elternarbeit bestehen?
  • Werden die Kooperationen mit Schulen und Kindertageseinrichtungen fortgeführt?
  • Welche personellen Ressourcen stehen künftig zur Verfügung?
  • Wie sieht das Konzept für die Bücherstube ab 2027 aus?

Die aktuellen Entwicklungen rund um weitere Bildungsangebote im Stadtteil, wie das Bildungsinnovationszentrum Marien, verstärken die Sorge vieler Menschen: Werden in Lohberg gerade einzelne Einrichtungen betrachtet – oder gibt es noch eine gemeinsame Strategie für Bildung und Teilhabe?

Die Stadt verweist beim Startchancen-Programm darauf, dass dieses nicht mit dem Bildungsinnovationszentrum vergleichbar sei. Das mag formal zutreffen. Gerade deshalb muss aber geklärt werden: Welche Angebote werden künftig durch welche Strukturen getragen? Wer übernimmt Verantwortung für die Bildungslandschaft im Stadtteil?

Hinzu kommt der Faktor Zeit. Die Verwaltung kennt die Situation seit März 2026. Wenn die politischen Gremien noch in diesem Jahr über die Zukunft der Bücherstube beraten und entscheiden sollen, muss spätestens bis Mitte September ein tragfähiges Konzept auf dem Tisch liegen. Nur dann bleibt genügend Zeit, um die Vorschläge in die Beratungen einzubringen, öffentlich zu diskutieren und gegebenenfalls nachzusteuern.

Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um die Suche nach einem neuen Standort. Politik, Verwaltung und Bürgerschaft müssen wissen, welches Angebot erhalten werden soll und welche Schwerpunkte die Bücherstube künftig setzen wird.

Sollte bis Mitte September kein Konzept vorliegen, drängt sich unweigerlich die Frage auf, wie der Ratsbeschluss, das Angebot „kostenschonend und unter Erhalt pädagogischer Angebote“ weiterzuführen, überhaupt noch umgesetzt werden kann.

Niemand bestreitet die schwierige Haushaltslage der Stadt Dinslaken. Sparen ist notwendig. Aber Sparen darf nicht bedeuten, gewachsene Strukturen abzubauen, ohne vorher zu klären, welche Funktionen unverzichtbar sind.

Lohberg braucht mehr als einen neuen Raum.

Lohberg braucht ein klares Konzept für Bildung, Integration und Chancengleichheit.

Die Bücherstube darf nicht nur als Kostenstelle betrachtet werden. Sie ist eine Investition in die Zukunft des Stadtteils.

Was Du jetzt tun kannst: Jede Stimme zählt!

Das Forum Lohberg hat den ersten Schritt gemacht – jetzt sind wir alle gefragt. Wenn wir wollen, dass die Bücherstube als wertvoller Bildungsort für unsere Kinder und Familien erhalten bleibt, müssen wir der Politik zeigen, wie wichtig uns dieses Thema ist.

So hilfst Du mit:

  1. Unterschreibe die Petition: Jede Unterschrift erhöht den Druck auf die Entscheidungsträger. Hier geht es direkt zur Petition für den Erhalt der Bücherstube!
  2. Teile diesen Beitrag: Informiere Deine Nachbarn, Freunde und Familie über WhatsApp oder Social Media.
  3. Werde aktiv im Stadtteil: Informiere Dich über die Arbeit des Forums Lohberg und bringe Dich ein.

FAQ: Die wichtigsten Fragen zur aktuellen Situation

Warum hat das Forum Lohberg einen offenen Brief geschrieben? Das Forum Lohberg kritisiert, dass die Stadt Dinslaken bereits seit März von der Kündigung weiß, bisher aber noch immer kein öffentliches Konzept vorliegt. Der Brief fordert Antworten zur Zukunft der pädagogischen Angebote und eine klare Bildungsstrategie für Lohberg.

Wo finde ich offizielle Informationen zu den Angeboten der Bücherstube? Eine Übersicht über die aktuellen Öffnungszeiten und Leistungen findest Du direkt auf der Website der Stadtbibliothek Dinslaken.

Wie kann ich mich für den Erhalt der Bücherstube einsetzen? Der effektivste Weg ist aktuell die Unterstützung der Bürgerinitiative. Unterzeichne unbedingt die Online-Petition zur Bücherstube, um den politischen Gremien zu zeigen, dass Lohberg hinter seinem Bildungsangebot steht.