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Die Moschee in Lohberg ist ein Ort des Lebens. In Lohberg dient sie als Treffpunkt, Beratungsstelle, Jugendort, Nachbarschaftsraum und manchmal auch Kummerkasten. Hodscha Abdulkerim Ünal erzählt im zweiten Teil unseres Interviews, warum Gemeinschaft nicht von allein entsteht.

Abdulkerim, was passiert hier alles in und um die Moschee?

Die Moschee ist natürlich ein Ort des Gebets. Aber nicht nur das. Sie ist auch ein Ort der Gemeinschaft. Menschen kommen hierher, trinken Tee, sprechen miteinander, bringen ihre Kinder mit. Vor dem Abendgebet sind viele schon eine Stunde vorher da. Dann sitzt man zusammen, redet, hört zu. 

Wie erlebst du das Zusammenleben in der Gemeinde?

Gemeinde bedeutet, dass man sich umeinander kümmert. Nicht nur religiös, sondern auch im Alltag. Wenn jemand Hilfe bei einem Termin braucht, bei einer Behörde oder bei privaten Fragen, versuchen wir zu unterstützen. Wenn es in einer Familie Probleme gibt, versuchen wir zu vermitteln. Es geht darum, die Verbindung zwischen den Menschen zu halten.

Man kümmert sich …

Genau. Wenn jemand sonst immer kommt und plötzlich fehlt, sollte man nachfragen. Wenn jemand schlechte Laune hat oder anders wirkt als sonst, darf man hinschauen. Gemeinschaft bedeutet, aufmerksam zu sein. Es darf nicht passieren, dass ein Mensch wochenlang allein bleibt und niemand fragt: Wo ist er eigentlich? Wie geht es ihm? 

Welche Rolle spielen Kinder und Jugendliche in der Moschee?

Eine sehr große Rolle. Wir haben Unterricht, Kurse und Angebote für Kinder und Jugendliche. Aber es geht nicht nur um Unterricht. Es geht auch darum, Zeit miteinander zu verbringen.

Wir machen Ausflüge, gehen zu Veranstaltungen, fahren gemeinsam weg, spielen Fußball oder laden dazu ein, Radtouren zu machen. (Anmerkung von Mittendrin: Wer gern mit dem Rad unterwegs, ist herzlich willkommen beim Stadtradeln im Team Mittendrin mitzufahren.)

Fahrradfahren scheint dir besonders gut zu gefallen.

Ja, sehr. In Deutschland habe ich das noch einmal neu entdeckt. Hier gibt es viele Wege, viel Natur, viel Raum. Man kann mit der Familie, mit Freunden oder mit Menschen aus der Gemeinde unterwegs sein, das ist so gut für die Gemeinschaft!

Können wir mitkommen?

Ja, selbstverständlich. Das gilt für alle und ist wesentlich für die Moschee. Wir verstehen uns als Ort der offenen Tür. Wer mitfahren möchte, kann mitfahren. Wer vorbeikommen möchte, kann vorbeikommen. Ob jemand glaubt oder nicht glaubt, ob jemand Muslim ist oder Christ oder keiner Religion angehört – das spielt für uns keine Rolle. Wir freuen uns über Begegnung und Austausch.

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