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Montag, 17 Uhr, Teerstraße: Der Bürgermeister kommt leicht verspätet (die B8) zur ehemaligen Johannesschule. Termin mit dem Box- und Sportverein (BuS) Dinslaken. Simon Panke zeigt im Gespräch mit Philipp, Sascha und Alex vom BuS spürbares Interesse – und kann froh sein, dass er nicht noch später gekommen ist.

Hoch die Faust: Philipp begrüßt Bürgermeister Simon Panke

„Wenn das Training einmal läuft und hier in einem engen Klassenraum 25 bis 30 Leute ackern, pushen und alles geben, dann produziert das eine Menge Schweiß. Kann man dann auch riechen“, sagen Philipp vom Boxverein mit einem Schmunzeln. Regelmäßig lüften, ohne das geht es hier nicht. Ein Detail, das zeigt, wie viel Leben in der alten Schule ist.

Ohne Spenden geht nichts

Panke interessiert sich nicht nur für Trainingspläne, sondern fragt nach dem, was dem Verein Mühe macht: die laufenden Kosten, Stromverbrauch, Suche nach Spendern und Sponsoren. Die Mitgliedsbeiträge sind bewusst niedrig (15 Euro im Monat) gehalten, damit niemand ausgegrenzt wird. Wenn jemand sich die Ausrüstung nicht leisten kann, wird geholfen.

Alex und Philipp hauen sich beim Boxverein ehrenamtlich rein.

„Wir sind extrem auf Spenden angewiesen“, sagt Philipp, der beim Verein die Öffentlichkeitsarbeit macht – und übrigens für den BuS einen ziemlich witzigen Instagram-Account betreut 🙂 Alles läuft ehrenamtlich. Und umso wichtiger ist die Unterstützung von außen, ohne die vieles schlichtweg nicht möglich wäre. Weder die Fitnessgeräte, noch die Energiekosten, noch die Fahrten mitsamt Zubehör zu Wettbewerben in ganz Deutschland.

Viel Zuwachs

Dass der Verein gute Arbeit macht, hat sich rumgesprochen. Abgesehen dass Urgestein Franjo in der Boxszene sowieso schon als lebende Legende gilt, macht der BuS auch mit Erfolgen und Titeln auf sich aufmerksam. Hinzu kommt ein einzigartiger Team-Spirit. Oberste Regel: Respekt und Anerkennung für jeden, egal welche Sprache er spricht, was er verdient, wo er herkommt.

Ein normaler Montagabend im „Boxkeller“

In den vergangenen fünf Jahren hat der Verein seine Mitgliederzahl mehr als verdoppelt. 417 Menschen haben sich ihm inzwischen angeschlossen. Darunter nicht nur Athleten aus Dinslaken. Manche nehmen den Weg aus Düsseldorf oder Mülheim in Kauf, um hier dabei zu sein.

Inklusives Boxen

Dabei sind die Bedingungen nicht perfekt. Aber sie sind mit Herzblut geschaffen. Trainiert wird in Klassenzimmern statt der großen Boxhalle. Vieles ist Improvisation. Die Enden der Ringseile etwa sind mit extra verstärktem Halt in den Wänden verankert. Damit ein Boxer problemlos mit vollem Gewicht in den Seilen hängen kann.

Auch das inklusive Boxen erfreut sich wachsender Beliebtheit

Boxen ist hier mehr als Sport. Der Verein ist auch Integrationsmaschine. Zu den Boxern zählen unter anderem Geflüchtete. Beim BuS haben sie die deutsche Sprache gelernt und das Miteinander im Verein. Zusätzlich gibt es sogar noch ein Angebot für Inklusion Mehr noch: In der dritten Etage bietet Sascha auch inklusives Boxen an. Menschen mit psychischen Belastungen oder Traumata trainieren in einem geschützten Rahmen, finden hier zu neuer Kraft (Mehr dazu >>hier bei Mittendrin). „Bei uns ist alles All Inclusive“, fasst Geschäftsführer Alex launig zusammen.

Ein T-Shirt für Panke

Am Ende bekommt Simon Panke ein T-Shirt mit dem Logo des BuS. Ob er auch mal mitboxt? Wer weiß. Er hat jedenfalls klar gemacht: Diese Arbeit verdient Unterstützung. und lässt es sich nicht nehmen, im Gegenzug eine Spende beim verein zu lassen.

Aylin und Philipp von Mittendrin haben sich die Chance auf ein BuS-TShirt ebenfalls nicht entgehen lassen 🙂

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