
Entscheidung am 26. März über Dinslakener Haushaltssicherungskonzept
Am kommenden Donnerstag, den 26. März 2026, steht im Dinslakener Stadtrat eine historische und für viele schmerzhafte Entscheidung an. Es geht um das neue Haushaltssicherungskonzept und eine beispiellose Rekord-Steuererhöhung. Aber was genau bedeutet das millionenschwere Loch in der Dinslakener Stadtkasse eigentlich konkret für unseren Geldbeutel und unseren Alltag hier im Stadtteil Lohberg? Wir dröseln die Fakten für euch auf.
Die Zahlen, die Anfang des Jahres 2026 auf den Tisch gelegt wurden, sind ernüchternd: Dinslaken erwartet ein Haushaltsdefizit von rund 40 Millionen Euro, das auf weit über 50 Millionen Euro im Jahr 2026 wachsen könnte. Bürgermeister Simon Panke sprach bereits Ende Januar von einem „dunklen Tunnel“, durch den unsere Stadt nun gehen müsse, um langfristige Schäden für kommende Generationen abzuwenden. Das Ziel: Spätestens 2033 soll der städtische Haushalt wieder ausgeglichen sein.
Doch der Weg dorthin erfordert nun drastische Maßnahmen, über die der Stadtrat am 26. März 2026 endgültig abstimmt. Für uns in Lohberg rücken dabei vor allem folgende Punkte in den Fokus:
1. Die Erhöhung der Grundsteuer B: Es trifft Eigentümer und Mieter

Der größte Hebel, um kurzfristig frisches Geld in die Kasse zu spülen, ist die Grundsteuer B. Der Hebesatz soll laut dem vorliegenden Konzept drastisch von 648 auf 998 Punkte klettern. Das bringt der Stadt zwar schätzungsweise 6,5 Millionen Euro pro Jahr ein, wird aber in den Haushaltskassen der Lohberger:innen deutlich spürbar sein.
Was das konkret heißt: Wer ein eigenes Haus in der historischen Gartenstadt besitzt, muss mit Mehrkosten von mindestens 30 Euro im Monat rechnen. Doch auch wer zur Miete wohnt, ist davon betroffen! Die Grundsteuer wird über die Nebenkostenabrechnung auf die Mieter:innen umgelegt. Für eine durchschnittliche Wohnung in Lohberg rechnet man mit einer Mehrbelastung von etwa mindestens 4 bis 5 Euro monatlich. In Zeiten, in denen ohnehin alles teurer wird, ist das für viele Familien in unserem Stadtteil ein herber Schlag.
2. Wo droht bei uns in Lohberg der Rotstift?
Neben den Steuererhöhungen sieht das Sicherungskonzept 2026 auch Leistungskürzungen vor. In seiner Haushaltsrede warnte der Erste Beigeordnete und Stadtkämmerer Achim Thomae eindringlich: Wenn Rat und Bürgermeister jetzt nicht mutig und entschlossen handeln, müssen freiwillige Maßnahmen weit über die bisher vorgeschlagenen Größenordnungen hinaus gekürzt werden. Zukünftig würden freiwillige Maßnahmen dann überhaupt nicht mehr vorkommen.
- Jugend- und Sozialarbeit: Die Sozial- und Jugendhilfeaufwendungen gehören zu den ganz großen Ausgabeposten, die das Defizit treiben. Das aktuelle Gesamtbudget wird voraussichtlich nicht ausreichen, um die höheren Jugendhilfeleistungen abzudecken. Was passiert mit den Budgets für unsere Lohberger Jugend- und Sozialarbeit, die hier vor Ort so dringend gebraucht wird?
- Sportvereine und Anlagen: Für dringende Sanierungen von Sportanlagen hatte der Rat bereits zusätzliche 1,5 Millionen Euro beschlossen. Dieser Betrag ist auch in Zukunft erforderlich und in der mittelfristigen Planung berücksichtigt. Doch bleibt das auch beim harten Sparkurs so? Vereine in Lohberg sind auf intakte kommunale Anlagen angewiesen.
- Kitas und Schulen: Investitionen für Schulen und Kitas sind nach wie vor prägend für die städtischen Ausgaben. Gleichzeitig wird das allgemeine Investitionsniveau der Stadt Dinslaken in Zukunft deutlich eingeschränkt sein. Familien in Lohberg müssen hoffen, dass wichtige Sanierungen an den örtlichen Bildungseinrichtungen dadurch nicht ins Stocken geraten.
- Kultur und Stadtteilpflege: Was passiert mit den Fördergeldern für lokale Kulturprojekte, die im Ledigenheim oder der Zechenwerkstatt stattfinden? Wie steht es um die Pflege des Bergparks und der öffentlichen Flächen? Wenn bei städtischen Angeboten gespart wird, trifft das Stadtteile wie Lohberg, die stark vom Ehrenamt und von lokalen Begegnungsstätten leben, oft besonders hart.
Jetzt ist eure Stimme gefragt!

Die politische Entscheidung ist eine schwierige Gratwanderung: Einerseits muss die Stadt Dinslaken vor der Überschuldung gerettet werden, andererseits darf das soziale und kulturelle Leben – gerade in bunt gemischten Stadtteilen wie Lohberg – nicht kaputtgespart werden.
Wer die Debatte live verfolgen möchte: Die entscheidende Ratssitzung zum Haushalt 2026 findet an diesem Donnerstag, den 26. März 2026, um 17:00 Uhr in der Kathrin-Türks-Halle statt. Die Sitzung ist öffentlich.
Wie seht ihr die Lage? Habt ihr Verständnis für den harten Sparkurs der Stadt oder macht ihr euch Sorgen um eure Nebenkostenabrechnung und die städtischen Angebote in Lohberg? Diskutiert mit uns in den Kommentaren auf Instagram!