Neuer Lohberg-Check: Was tut die Politik für unseren Stadtteil? Was bedeutet die Finanzkrise der Stadt für Lohberg? Wir haben bei allen Parteien angefragt. Die AfD verweist auf die leeren Kassen. Eigene Schwerpunkte zum Stadtteil nennt sie bedauerlicherweise nicht.

Hier die Antworten der AfD auf unsere Frage, welche Themen sie für Lohberg im Jahr 2026 wichtig findet, was sie erreichen konnte und was sie noch erreichen will.
Andere Themen sind wichtiger
AfD: In der aktuellen Lage der politischen Aufgabenstellungen müssen wir Prioriäten setzen und da sind andere Themen wichtiger als solche Anfragen. (…) Für unsere Fraktion können sie die Antworten aus der Kandidaten-Befragung zur Kommunalwahl weiterhin als unsere Position übernehmen, allerdings mit folgender Ergänzung: alle Ausgaben sind unter den Vorbehalt der Haushaltssicherung zu stellen.
Anmerkung von Mittendrin: In unserer Einladung an die AfD, am Lohberg-Check teilzunehmen, hieß es wörtlich ‚Darin sind alle Parteien im Rat der Stadt Dinslaken aufgefordert, Ihre Pläne, Vorstellungen und Ideen für den Stadtteil vorzustellen.‘ Dass die AfD keine eigenen Schwerpunkte nennen will oder auch keine eigenen Ideen hat, ist schade.
Wir haben uns darum nochmal die Antworten der Spitzenkandidaten auf unsere Fragen vor der Kommunalwahl angesehen, ob sich daraus inhaltlich etwas ziehen lässt. Folgende Punkte finden wir bemerkenswert:
Die Botschaft für Lohberg
Als Wahlkampf-Botschaft für Lohberg nannten die Kandidaten der AfD „Wir lassen keinen Stadtteil zurück, Tradition bewahren, moderne Zukunft gemeinsam gestalten.“ Das ist doch schön, nur was die AfD dafür tun will, um diese Ziele zu erreichen, das bleibt ihr Geheimnis.

Auf unsere Frage, wie sie zum Denkmalschutz stehen, antworteten die Kandidierenden: „Der Denkmalschutz sollte deutlich gelockert, vielleicht sogar aufgehoben werden. Es sollte den Menschen Gestaltungsmöglichkeiten gegeben werden. Alle Akteure in Lohberg sollten ein gemeinsames Konzept für Lohberg unter Bewahrung der Bergbau-Tradition entwickeln.“ Wir finden: Das klingt noch recht vage, aber die AfD ist ja auch noch nicht so lange dabei. Nach einem Ziel oder Schwerpunkt ihrer Arbeit klingt diese Antwort jedenfalls nicht.
Lohberg soll selber machen
Gefragt haben wir damals auch, was die Haushaltskrise der Stadt aus Sicht der AfD für Lohberg bedeutet. Die Antwort lautete: „Die Einsparungen werden jeden Stadtteil treffen und Lohberg kann keine Sonderstellung für sich beanspruchen. Die Akteure aus Lohberg müssen mit einem eigenen Konzept Politik und Verwaltung überzeugen und aufzeigen welche Eigenleistung sie erbringen werden um Förderungen für ihr Konzept zu bekommen.“
Wir verstehen das so, dass die Lohberger sich selber überlegen sollen, wie sie ihre Probleme lösen und dann die Politik von ihren Ideen auch erst noch überzeugen sollen. Da fragen wir uns schon: Wozu braucht es dann noch Politik und Parteien, wenn sie keine eigenen Vorstellungen des Zusammenlebens haben?
„Nicht wir wollen etwas ändern“
Auf unsere Frage, was sie in Lohberg verändern will, schrieb die AfD vor der Kommunalwahl: „Die Frage ist unserer Meinung nach falsch gestellt: Nicht wir (Politik) wollen etwas in Lohberg ändern. Politik kann reagieren und handeln, wenn die Menschen Fragen und Wünsche äußern. Gemeinsam können wir dann nach Lösungen und Veränderungen suchen. Dabei muss allen Beteiligten klar sein: Es wird immer wieder nur Kompromisse geben können.“
Für uns klingt das so, als habe die AfD noch nicht mit Menschen aus dem Stadtteil gesprochen und weiß nichts von den zahlreichen Fragen und Wünschen, die die Menschen in Lohberg schon vorgebracht haben. Hünxer Straße? Müll- und Ratten? Bürger-Initiative im Bergpark? Die wichtige Arbeit des BIZM-L und die Raumnot der Moschee? Raser in der Gartenstadt? Die AfD weiß davon offenbar noch nichts.
>>>Hier findet Ihr die Antwort der AfD-Kandidierenden vor der Kommunalwahl 2025 im Original.
Alles im Überblick
Wer mit anderen Parteien vergleichen möchte, kann sich gerne umschauen in den anderen Folgen vom Lohberg-Check. Bis Ende März wollen wir auch eine Zusammenfassung anbieten.
In unserer Anfrage an die Parteien haben wir darum gebeten, bis Ende Februar zu beantworten, was die Aktiven in Lohberg angehen, verändern oder auch bewahren wollen. Post erhalten haben wir- meistens mit, manchmal auch ohne Antworten – von:
>>Die CDU will „Gutes bewahren“
>>Elf Ideen der Grünen für den Stadtteil
>>UBV fordert Plan gegen Ratten
>>Soziales steht bei der FDP ganz oben
>>Der AfD fällt zu Lohberg nichts (mehr) ein
>>Die PARTEI will notfalls Rauchzeichen senden
Um Aufschub gebeten oder nicht geantwortet haben (Stand 12. März)
Die Linke
die AWG
Bildergalerie vom Tag der Demokratie
Hinweis an alle Vertreterinnen und Vertreter der Parteien, die das hier lesen: Wir haben uns um eine faire Auswertung auf Basis der von euch eingereichten Antworten bemüht. Solltet ihr euch nicht treffend wiedergegeben sehen, etwas ergänzen oder geradeziehen wollen, seid ihr herzlich eingeladen, euch bei uns zu melden. Wir freuen uns immer über Input. Dazu gehören auch Gastbeiträge! Ihr erreicht uns unter info@lohberg-mittendrin.de!
Was tun die Parteien aus Dinslaken für Lohberg? Was sind ihre Pläne für 2026?
Alle bisher veröffentlichten Folgen unserer Serie findet ihr >>hier unter dem Schlagwort „Lohberg-Check 2026“














