Seite auswählen

RWS Lohberg – VfB Lohberg. Nach einem Jahr Pause erwartet den Stadtteil wieder das brisante Derby. Wir haben uns bei beiden Mannschaften umgehört. Sticheleien können sich die Spieler nicht verkneifen.

„Mehr Derby geht nicht. Wir freuen uns schon darauf, seitdem wir wissen, dass wir wieder in einer Gruppe spielen“, sagt VfB-Stammkraft Tim Bruß im Video-Interview mit Mittendrin. „Alle sind heiß aufs Derby.“

Ähnlich klingen die Ansagen beim Konkurrenten vom Nebenplatz. „Derby – immer geil. VfB gegen Rot Weiß – immer ein Kracher“, schwärmt Keeper Marcel Weinkath. Der Mann weiß, wovon er spricht. Schon mehrfach hat er das Derby miterlebt, auch auf Seiten des VfB. „Auf dem Platz ist in meinen Augen alles erlaubt, danach sind wir wieder Freunde“, beschreibt RWS-Spieler Yasin Ilgar die Brisanz der Begegnung.

Eine feine Spitze kann sich auch Bruß nicht verkneifen. Nach dem „geilsten Tor“ seiner Laufbahn gefragt antwortet er ohne lang zu überlegen: „Gegen Rot Weiß Lohberg, wo wir 1:0 gewonnen haben und ich kurz vor Schluss das Tor mache.“

Ein Derby lebt von der Nähe. Viele Spieler kennen sich aus der Vergangenheit oder direkt aus dem Stadtteil. Zudem hat einiges Personal – wie Marcel Weinkath – die Seiten gewechselt. Wer im Derby den Kürzeren zieht, muss auf Monate mit den Schmähungen der Nachbarn und Arbeitskollegen leben. Ehrensache, dass alle mit Herzblut zur Sache gehen werden.

Manche Spieler sind auf das Derby sogar schon seit ihren Anfängen in der Jugend geeicht. Yasin Ilgar zum Beispiel. Sein bedeutendstes Tor schoss er in der D-Jugend – gegen den VfB. „Gegen Rafet Yildirim – jetzt mein Mitspieler“, setzt er noch eine Schlusspointe obendrauf.

So viele Emotionen das Thema auch weckt, so sehr betonen Trainer wie auch Spieler, dass es in der kommenden Saison friedlich bleiben soll. Unschöne Szenen wie beim jüngsten Aufeinandertreffen im April 2015 sollen sich nicht wiederholen. Damals war es nach dem Abpfiff zu Schlägereien gekommen.

RWS-Vorstand Ali Acabuga appelliert an die Vernunft aller Beteiligten. „Wir sollten einen Schritt aufeinander zugehen, alles andere hilft nicht“, zitierte ihn im Vorfeld der Saison die NRZ Dinslaken. „Emotionen gehören dazu, aber wir sollten diese im Griff haben und zusehen, dass es zwei schöne Spiele werden“, mahnt der damalige VfB-Coach Thomas Grefen an gleicher Stelle.

Beide halten es für wahrscheinlich, dass bis zu 1000 Zuschauer dabei sein werden. Auch diese werden darauf hoffen, dass diesmal einzig und allein der sportliche Wettkampf auf dem Platz Schlagzeilen machen wird. Dort aber mit giftigen Zweikämpfe, Leidenschaft und Einsatzfreude pur.

Bis es so weit ist, müssen sich Fans und Spieler noch ein wenig gedulden. Die zwei Derbys sind erst für den vorletzten Spieltag der Hin-und Rückrunde terminiert. Das Hinspiel steigt am 19. November am Fischerbusch, in der Rückrunde empfängt der VfB Rot Weiß am 27. Mai in der Dorotheen-Kampfbahn.

 

Pin It on Pinterest

Share This