Seite wählen

Mehr als 70 Kameraden kamen in Lohberg zur Jahreshauptversammlung des RDB Bezirksvereins Niederrhein zusammen. Neben einem hochaktuellen Vortrag zu den Rohstoffen der Ukraine standen Ehrungen, Vorstandswahlen und gelebte bergmännische Tradition auf dem Programm.

Der wiedergewählte Vorstand des RDB Bezirksverein Niederrhein

Ein Bericht von Jochen Auberg

Der erste Vorsitzende des BV-Niederrhein, Silvo Magerl, begrüßte die Anwesenden. Besonders der Festredner Prof. Dr.-Ing. Christoph Dauber von der Technischen Hochschule Georg Agricola, unser Ehrenmitglied Andreas Klare, der Chefredakteur unserer Bergbauzeitschrift Konrad Hupfer sowie der ehemalige Bürgermeister der Stadt Dinslaken und Kamerad im Bezirksverein Dr. Michael Heidinger wurden unter viel Applaus willkommen geheißen.

Chöre unterstützen sich

Unter der Leitung von Juri Dadiani untermalten während des feierlichen Teils die Kameraden des 20 Mann starken Glückauf-Chors Walsum mit Unterstützung von Kameraden des Männergesangvereins Concordia Lohberg die Versammlung. Auch vor den Bergbauchören macht die demografische Entwicklung keinen Halt, so ist es umso schöner, dass sich benachbarte Chöre ergänzen.

Der erste Vorsitzende Silvo Magerl eröffnet die Jahreshauptversammlung.

Die Totenehrung galt den sieben verstorbenen Kameraden Klaus Döring, Horst Witt, Erwin Barann, Holger Setzepfandt, Norbert Birkendorf, Fritz Herbst und Manfred Scholz.

Kamerad Silvo bat danach Herrn Prof. Dr.-Ing. Christoph Dauber an das Mikrofon, damit er das Plenum mit seinem Fachvortrag über die „Mineralischen Rohstoffe der Ukraine – eine Einordnung zwischen Krieg, Politik und Realität“ in Kenntnis setzen konnte.

Der sehr aktuelle Fachvortrag über Mineralische Rohstoffe der Ukraine

Der allseits bekannte Dozent der Technischen Hochschule Georg Agricola zu Bochum beschäftigt sich nach dem Kriegsanfang mit den mineralischen Rohstoffen der Ukraine und möchte die sachlichen Zusammenhänge zwischen Krieg, Politik und wirtschaftlicher Realität beleuchten. Hierzu erklärte er zunächst in einer Kurzinfo die geografische Lage des Landes und die Rohstoffvorkommen mit den zugehörigen Lagerstätten.

Die Ukraine hat 603.628 km² Landfläche – zum Vergleich Deutschland mit 357.683 km². Dafür hat Deutschland über 83 Mio. Einwohner, die Ukraine knapp 38 Mio.; somit ist Deutschland fast viermal dichter besiedelt als das Kriegsland. Es grenzt zu zwei Dritteln an Belarus (Weißrussland) und Russland, welches aus der Geschichte heraus Begehrlichkeiten an Gebiete der Ukraine hat. Hieraus resultiert 2014 die Annexion der Krim und letztlich 2022 der Angriffskrieg auf die Ukraine.

Vergleich mit der Ukraine

Prof. Dr.-Ing. Dauber erläuterte die jeweiligen mineralischen Vorkommen in dem überfallenen Land mit seinen gut 20.000 Lagerstätten mit 117 Mineralarten, wovon dort gut 21 der 30 von der EU benötigten kritischen Rohstoffe vorhanden sind. Die mäßige Produktion basiert im Donbas (Donezk Bassin = Donezbecken) auf russischen Standards und ist kriegsbedingt rückläufig.

Er erklärte dem Plenum ebenso den feinen Unterschied zwischen Ressourcen und Reserven: Ressourcen sind bekannte oder vermutete Vorkommen, Reserven sind davon nur noch der wirtschaftlich rentable Anteil. Viele Steinkohlebergwerke befinden sich in einer Transformationsphase und werden stillgelegt. Es wird auch über Erdöl- und Erdgasvorkommen berichtet, wobei die Erdgasvorkommen sehr groß sein sollen. Zudem ist die Ukraine ein Erdgas-Transitland, somit ist die Erdgasversorgung Deutschlands und Europas ungesichert.

Falsche Annahmen über Rohstoffe

Deutschland wird aktuell nur mit Erdgas über eine Pipeline durchs Schwarze Meer und über LNG-Flüssiggas-Terminals aus den USA versorgt. Die Ukraine fördert auch Eisenerz, Titan, Mangan, Graphit und seltene Erden, aber den Löwenanteil der Weltproduktionen dieser Rohstoffe besitzt China. Auch für die Batterieherstellung wichtigen Rohstoffe Lithium und Graphit findet in der Ukraine kein Aufschluss und kein Abbau statt – die Ukraine steht als Rohstofflieferant zwischen der 12. und 18. Stelle im internationalen Ranking. Der Zugang zu den Lagerstätten ist kriegerisch erschwert und die Nähe zu Russland schreckt zukünftige Investoren ab.

Das Fazit des Dozenten Dr. Dauber: Die Ukraine ist nicht – wie überall verlautet – ein Rohstoff-Eldorado, sondern ein strategisches Handlungsfeld mit bedeutenden Vorkommen, die seitens Russland als Hebel gegen die EU und zur Schwächung der USA gegen deren Industrieinteressen verwendet werden. Die EU hätte ihrerseits gerne eine regelbasierte Ordnung, Stabilität und Versorgungssicherheit, welches über stabile Rohstoff- und Industrieketten in Europa entscheidet.

Die 70 Kameraden lauschen gespannt dem interessanten Fachvortrag

Unter sehr viel Applaus schloss Herr Prof. Dr.-Ing. Christoph Dauber seinen hochinteressanten Fachvortrag, der dem Publikum die aktuelle Tagespolitik mit tiefen Einblicken in die kriegerischen, politischen und wirtschaftspolitischen Hintergründe erläuterte.

Prof. Dr.-Ing. Christoph Dauber wird für seinen engagierten Vortrag gewürdigt

Die Jubilarehrung des BV-Niederrhein übernahm in diesem Jahr unser erster Vorsitzender selbst. In seiner Laudatio ging Silvo Magerl auf die prägenden Momente im Leben ein, unter anderem die erste Schicht im Bergbau. Sie markiert den Beginn eines Weges mit bergmännischer Tradition – mit Tugenden wie Kameradschaft, Hilfsbereitschaft, Verantwortung, Aufrichtigkeit, Treue und Zuverlässigkeit.

Dass viele Kameraden darüber hinaus auch dem Ring Deutscher Bergingenieure über 25, 40, 50 oder mehr Jahre die Treue gehalten haben, zeigt, dass diese Verantwortung nicht mit dem letzten Arbeitstag endete. Mit dieser mit viel Applaus bedachten Ehrerweisung gratulierte er den 33 Jubilaren:

Ein Kamerad Arbeitsjubiläum „Erste Schicht vor 35 Jahren“:
Dr. Michael Heidinger

Ein Kamerad „RDB-Mitgliedsjubiläum 25 Jahre“:
Eberhard Mogk

21 Kameraden „RDB-Mitgliedsjubiläum 40 Jahre“:
Friedhelm Schult, Georg Busse, Karl-Heinz Kathöwer, Arnd Askerc, Franz Höllinger, Michael Dassen, Franz Göbbels, Michael Walter, Bernhard Heeck, Thomas Postler, Jürgen Schönig, Kurt Grießer, Martin Hart, Jörg Münzer, Michael Bobsien, Norbert Blitgen, Michael Adams, Michael Batorka, Peter Otte, Berthold Wirth, Klaus Klockmann

4 Kameraden „RDB-Mitgliedsjubiläum 50 Jahre“:
Ashok-Kuma Khanna, Jakob Hausmann, Karl-Heinz Görtz, Peter Van de Locht

4 Kameraden „RDB-Mitgliedsjubiläum 55 Jahre“:
Horst Sielaff, Helmut Dietz, Heinz-Theodor Jansen, Ulrich Schauenburg

Ein Kamerad „RDB-Mitgliedsjubiläum 60 Jahre“:
Clemens Freude

Ein Kamerad „RDB-Mitgliedsjubiläum 70 Jahre“:
Egon Tober

Die geehrten anwesenden Jubilare des BV Niederrhein 2026

Schließlich konnte noch der Kamerad Uwe Rengel als Neumitglied in den BV-Niederrhein aufgenommen werden.

Zum Abschluss des festlichen Teils der Jahreshauptversammlung wurde traditionsgemäß das Steigerlied gesungen und mit dem obligatorischen Bergmannsschnaps beendet.

Alle Kameraden trinken nach dem Steigerlied den Bergmannsschnaps

Den offiziellen Teil der Jahreshauptversammlung begann Kamerad Silvo Magerl mit der Feststellung der Beschlussfähigkeit.

Nach dem Verlesen des Protokolls der Jahreshauptversammlung 2025 durch Kamerad Jochen Auberg gab unser Geschäftsführer Kamerad Martin Wissen den Geschäftsbericht bekannt. Vorab bedankte er sich bei unserem stellvertretenden Geschäftsführer Christopher Palmowski, der ihn in allen Belangen tatkräftig unterstützt. Dann kam er zu den Geschäftszahlen:

Nur 2 Prozent jünger als 50 Jahre

Danach hat der BV-Niederrhein zum 08.03.2026 337 Mitglieder. Es sind nur noch knapp 2,1 % (7) der Kameraden 50 Jahre und jünger. 37,1 % (125) sind zwischen 51 und 65 Jahre alt, zwischen 66 und 75 Jahre sind 39,8 % (134); 21,1 % (71) der Mitglieder sind älter als 75 Jahre.

Besonders erwähnenswert sind die beiden Kameraden mit der längsten Mitgliedschaft im BVN: Albert Buschmann (75 Jahre) und Egon Tober (70 Jahre), der sogar anwesend war. So viel Durchhaltevermögen bekam große Anerkennung.

Rückblick auf die Highlights

Die Vorstandsarbeit wurde vorgestellt mit den organisierten Motorradtouren (u. a. nach Thüringen), dem mit 50 Kameraden gut besuchten Herbstfest, der mit 47 Personen durchgeführten traditionellen Weihnachtsfahrt in die Domstadt Aachen (vom stellvertretenden Schatzmeister Uwe Grah und seiner Frau Petra organisiert) und der Organisation der Jahreshauptversammlung.

Leider konnte unser immer mit Spannung erwartetes Winterfest im Januar 2026 wegen eines technischen Defekts im Festsaal nicht durchgeführt werden, da kurzfristig für eine so große Teilnehmerzahl kein geeigneter Saal zu finden war.

Termine online

Auf der Internetseite des BV-Niederrhein www.rdb-bvn.de, die durch Kamerad Michael Bobsien administriert wird, können aktuelle Informationen jederzeit abgerufen werden. Die Termine für die Veranstaltungen und Fahrten sind ebenfalls über den Veranstaltungskalender oder über den Vorstand zu bekommen.

Letztlich schloss Kamerad Wissen den Geschäftsbericht mit einem Dank an unseren zweiten Vorsitzenden und gleichzeitigen Datenschutzbeauftragten Kamerad Peter Otte, der darauf achtet, dass unsere Webseite und unsere Aktivitäten den aktuellen Datenschutzgesetzen entsprechen, und an Kamerad Jochen Auberg, der als Schriftführer immer eine dankbare Aufgabe hat. Gleichzeitig geht der Dank an alle Beteiligten bei unseren Aktivitäten für ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Bezirksverein.

Der detaillierte Kassenbericht wurde vom Schatzmeister Matthias Kellermann verlesen. Die Kasse ist in Ordnung.

Volles Vertrauen in Silvo Magerl

Dieses wurde durch den Kassenprüfungsbericht der Kameraden Gerd Linke, Uwe Weiß, Andreas Grune und Jürgen Stramka bestätigt. Sie bescheinigten eine einwandfreie und vorbildliche Kassenführung, so dass der Jahreshauptversammlung die Entlastung des Vorstandes und des Schatzmeisters für das Geschäftsjahr 2025/26 empfohlen werden konnte.

Damit wurde der Vorstand entlastet, es konnte neu gewählt werden. Als Wahlleiter fungierte Kamerad Gerd Linke.

Kamerad Silvo Magerl stellte sich als Vorsitzender des BV-Niederrhein zur Verfügung und wurde per Handakklamation einstimmig wiedergewählt.

Der neue Vorstand ist der alte

Der „neue und alte“ Vorsitzende Silvo Magerl bedankte sich für das Vertrauen des Plenums und sagte zunächst allen Damen und Herren Dank, die uns bei unseren Veranstaltungen tatkräftig unterstützen. Namentlich genannt werden Wolfgang Scholtyssek mit seinem Sohn Pascal für die Technik, Frank Kirstein vom Knappenverein Lohberg mit seiner Crew für das Catering und unser Fotograf Max Schymainski.

Nach diesen herzlichen Danksagungen stellte er anschließend seinen Vorschlag für den neuen und alten Vorstand des BV Niederrhein vor:

2. Vorsitzender: Peter Otte
Geschäftsführer: Martin Wissen
Schatzmeister: Matthias Kellermann
Stellvertr. Geschäftsführer: Christopher Palmowski
Stellvertr. Schatzmeister: Uwe Grah
Schriftführer: Jochen Auberg
Webmaster: Michael Bobsien

Der neue Vorstand wurde dann – nach Antrag, den Vorstand in Blockwahl wählen zu dürfen – per Akklamation in Blockwahl einstimmig gewählt.

Die Kameraden Gerd Linke, Uwe Weiß, Roman Romanowski und Harald Morzinek wurden für das Jahr 2026/27 als Kassenprüfer einstimmig gewählt.

Der erste Vorsitzende Silvo Magerl beendete die Jahreshauptversammlung 2026 und lud zum festlichen Hauermahl, bei dem wieder viele interessante Gespräche geführt wurden.

Der Bericht und alle Bilder der Jahreshauptversammlung sind in der Fotogalerie der Webseite www.rdb-bvn.de einzusehen.

Glückauf

Text: Jochen Auberg

Bilder: Max Schymainski

Mehr dazu

>>Bergleute bezuckert vom Weihnachtsmarkt in Aachen (Dez 2025)

>>Herbstfest: Ein gelungener Abschluss für die Bergleute (Sep 2025)

>>Stadtteilführung: Mit dem Steiger auf den Spuren der Bergleute (Sep 2025)