Ausflug des Freundeskreis des DIZeum, gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung Ledigenheim: Ziel war ein Ort, an dem Bergbaugeschichte nicht nur erzählt, sondern erlebt werden kann. Ein Bericht von Silvo Magerl.

Von Silvo Magerl, Freundeskreis DIZeum
Am 18. März traf sich der Freundeskreis des DIZeum, gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung Ledigenheim, früh am Morgen um 8:30 Uhr vor dem Ledigenheim in Lohberg. Ziel unseres Ausflugs war das Trainingsbergwerk in Recklinghausen, ein Ort, an dem Bergbaugeschichte nicht nur erzählt, sondern erlebt werden kann.
Nach einer kurzen Begrüßung wurden schnell Fahrgemeinschaften gebildet. Insgesamt waren wir 18 Personen, eine bunt gemischte Truppe, darunter auch einige, die mit dem Bergbau bisher kaum Berührung hatten. Umso gespannter war man auf das, was uns erwartete.
Einführung in rauem Ton
Am Trainingsbergwerk angekommen, wurden wir von zwei ehrenamtlichen Mitarbeitern empfangen: Dieter Baldi und sein Kumpel Martin. Und schon die Begrüßung hatte es in sich. Dieter legte direkt im typischen, leicht rauen Bergmannston los, so nach dem Motto: „Hier gelten klare Regeln, und wir sind direkt beim Du.“ Da wurde dem einen oder anderen schon beim ersten Satz klar, dass das hier keine klassische Museumsführung wird, sondern eher ein Stück gelebter Pütt.

Nach einer kurzen Einführung ging es dann ans Eingemachte. Jeder bekam einen Bergbaukittel und einen Helm, und dann hieß es: ab unter Tage. Das Trainingsbergwerk ist kein Schaubergwerk im üblichen Sinne, sondern eine echte Ausbildungsanlage, in der früher Bergleute auf ihre Arbeit vorbereitet wurden. Genau das merkt man auch heute noch.
Echte Maschinen, echter Lärm
Unter Tage wurden wir zunächst mit einem kurzen Film und einer Einweisung auf das vorbereitet, was uns erwartete. Anschließend teilte sich unsere Gruppe in zwei kleinere Teams auf, geführt von Dieter und Martin. Die Führung dauert normalerweise etwa zwei Stunden, aber wie sich schnell herausstellte, vergeht die Zeit da unten anders.
Wir bekamen einen umfassenden Einblick in die Technik des Steinkohlenbergbaus. Maschinen wie der Walzenlader oder der Hobel wurden nicht nur erklärt, sondern auch in Betrieb genommen. Besonders der laufende Panzerförderer sorgte für Eindruck, nicht nur optisch, sondern vor allem akustisch. Die Geräuschkulisse unter Tage, das Rattern, das Dröhnen, das ist etwas, das man nicht vergisst. Da wurde vielen erst richtig bewusst, unter welchen Bedingungen die Kumpel früher gearbeitet haben.
Ein echtes Erlebnis
Es blieb nicht nur bei trockenen Erklärungen. Immer wieder gab es kleine Anekdoten aus dem Bergmannsleben, und man merkte den beiden Führern an, dass sie mit Herzblut dabei sind. Gerade die Gruppe von Martin war so interessiert, dass sie sich gut eine halbe Stunde länger unter Tage aufgehalten hat als geplant. Es gab einfach zu viel zu sehen und zu erzählen.

Als wir schließlich wieder ans Tageslicht kamen, waren sich alle einig: Das war ein Erlebnis. Besonders beeindruckt waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die noch nie unter Tage gewesen waren. Für viele war es kaum vorstellbar gewesen, wie eng, laut und gleichzeitig technisch komplex der Bergbau ist.
Den Bergbau fühlen
Nach so vielen Eindrücken ging es zurück nach Lohberg. Ein Teil der Gruppe ließ den Vormittag noch gemütlich ausklingen, bei einem Abstecher zu Talip’s Imbiss, wo bei einem leckeren türkischen Essen noch einmal über das Erlebte gesprochen wurde. Natürlich durfte dabei auch der ein oder andere lockere Spruch nicht fehlen.
Unterm Strich war es ein rundum gelungener Ausflug. Eine tolle Truppe, spannende Einblicke und ein Stück Bergbaugeschichte zum Anfassen. Und wie man so schön sagt: Wer einmal unter Tage war, der sieht den Bergbau mit ganz anderen Augen.
Glückauf.
Silvo
Mehr dazu
>>>Versammlung mit Tradition, Treue und Bergmannsschnaps (März 2026)
>>>Bergleute bezuckert vom Weihnachtsmarkt in Aachen (Dez 2025)
>>>Stadtteilführung: Mit dem Steiger auf den Spuren der Bergleute (Sep 2025)